Wenn ich in meinem Jahresbericht 1964 erwähnte, die Abwasserverhältnisse im Kieswerk Frauenkirch seien seit der Abnahme der Kläranlagen durch Kanton und Gemeinde am 24. Juni 1964 für immer in Ordnung, so tat ich dies nur mit einigen inneren Zweifeln. Immerhin durfte ich doch annehmen, dass irgendwer bestimmt sei, dort unten hie und da Kontrollen vorzunehmen. Denkste, Darum liess ich denn auch die Sache mehr als ein Jahr auf sich beruhen.
Bei einer Kontrolle im Herbst 1965 stellte ich fest, dass aus der Teeraufbereitungsanlage Hew ungeklärte Abwasser direkt ins Landwasser flossen, dies schon mehr als ein Jahr (auch während der Abnahme durch Kanton und Gemeinde!). Wenigstens einmal (festgestellt am 15. Oktober 1965, 16.30 Uhr) floss auch das ungeklärte Kieswaschwasser in Landwasser.
Unterblieben wohl die nötigen Kontrollen durch die Verantwortlichen (Kieswerke unterstehen direkt dem Kanton), weil solche Kontrollen, wie ich selbst feststellen musste, mit einer sehr ernsten Lebensgefahr verbunden sind??
An Fliessgewässern uns Seen macht sich die Nähe von menschlichen Siedlungen immer zuerst durch die Abfälle der „Zivilisation“ im und am Wasser bemerkbar. Ursprünglich wollten die Menschen mit dem Wasser möglichst alle Spuren, welche den Feinden ihre Anwesenheit verraten könnte, möglichst weit fortschwemmen lassen. Diese Art, seinen Dreck loszuwerden, wurde und wird leider noch weiter geübt, obwohl doch längst die Erkenntnis Platz ergriffen hat (oder haben sollte), dass sich die Menschheit damit eines seiner lebensnotwendigsten Stoffe, sauberes Wasser verdirbt.
Wer wohl sieht diese Sünden am meisten, der Fischer. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass der geistige Vater des vom Schweizervolk mit überwältigendem Mehr angenommene und seit dem 1. Januar 1957 in Kraft getretene Eidg. Gewässerschutzgesetz ein Fischer war, der unvergessene Präsident des Schweizerischen Fischerei-Vereins, Nationalrat Zigerli. Was würde er wohl sagen, wenn er heute sehen könnte, wie viele Gewässer immer noch geschändet werden?